Lausböhl: Wir fordern

ein Mischgebiet für Wohnen und Gewerbe

Die Linke Ortsverband Groß-Gerau

Die Ablehnung des geplanten Rechenzentrums des Unternehmens Vantage Data war richtig und notwendig. In zahlreichen überregionalen Medien ist zuletzt der Eindruck entstanden, Groß-Gerau habe eine „Riesen-Chance“ verpasst oder wolle bewusst auf Gewerbesteuereinnahmen verzichten.

Diese Darstellung ist zu einfach und wird den tatsächlichen Zusammenhängen nicht gerecht. Wir nehmen dazu Stellung, weil häufig der Eindruck erweckt wird:

Hohe Investition gleich hoher Gewinn für die Stadt

So einfach ist es aber nicht. Gewerbesteuer entsteht ausschließlich auf Basis tatsächlich erzielter Gewinne. Bei sehr großen Projekten können über Jahre Abschreibungen und betriebliche Gestaltungen dazu führen, dass die ausgewiesenen Gewinne niedrig ausfallen. Für eine Kommune bedeutet das: Einnahmen sind nicht automatisch hoch und vor allem nicht sicher planbar. Eine verantwortungsvolle Haushaltspolitik darf sich deshalb nicht auf Versprechen stützen, sondern muss mit realistischen Annahmen arbeiten. Auch die Grundsteuer ist kein besonderer Vorteil eines einzelnen Investors. Sie fällt bei jeder Bebauung an. Große Unternehmen haben durchaus Möglichkeiten, die Höhe der Grundsteuer durch legale Steuergestaltungen für sich zu optimieren. Entscheidend ist daher, welche Nutzung langfristig stabile, verlässliche und breit gestreute Einnahmen für die Stadt bringt.
Große Flächen für Jahrzehnte an eine einzelne, hochspezialisierte Nutzung zu binden, ist eine weitreichende Entscheidung. Ein Rechenzentrum ist eine stark technisierte Anlage mit vergleichsweise wenigen dauerhaften Arbeitsplätzen im laufenden Betrieb. Für eine soziale und nachhaltige Stadtentwicklung braucht es jedoch vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten, regionale Wertschöpfung und soziale Infrastruktur.
Hinzu kommt die internationale Lage. Angesichts globaler Spannungen und der wirtschaftlichen Interessenpolitik der USA im Technologiesektor muss sorgfältig geprüft werden, wem man langfristig Einfluss auf kritische Infrastruktur überlässt. Kommunale Verantwortung bedeutet auch, Abhängigkeiten nicht leichtfertig zu vergrößern. Kritische Infrastruktur sollte unter demokratischer Kontrolle stehen und nicht allein von außereuropäischen Konzerninteressen abhängen.

Für Die Linke beginnt jetzt die eigentliche Aufgabe: Das Lausböhl-Weidäcker-Gelände soll im Sinne der Menschen vor Ort entwickelt werden. 

Wir stehen für:

 bezahlbaren Wohnraum
 Stärkung lokaler Betriebe
 soziale Infrastruktur
 nachhaltige und demokratisch gestaltete Stadtentwicklung

„Wir entscheiden nicht nach Schlagzeilen, sondern nach dem langfristigen Nutzen für unsere Stadt. Eine große Zahl auf dem Papier ersetzt keine sicheren Einnahmen, keine guten Arbeitsplätze und keine demokratische Kontrolle. Stadtentwicklung muss den Menschen dienen – nicht den Gewinninteressen internationaler Investoren“, erklärt Die Linke, Ortsverband Groß-Gerau.
Wir stehen für eine klare, soziale und zukunftsorientierte Politik. Für finanzielle Solidität, kommunale Selbstbestimmung und eine Stadtentwicklung, die Lebensqualität über Profitinteressen stellt.

Offener Brief an den Bürgermeister

der Kreisstadt Groß-Gerau Jörg Rüddenklau

Die Linke OV Groß-Gerau

Sehr geehrter Herr Rüddenklau,

am 27. Januar 2026 nahmen Mitglieder des Ortsverbandes Groß-Gerau „Die Linke“, an der Gedenkveranstaltung zum 81. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz in Groß-Gerau teil.

Gegen Ende der Veranstaltung traten zwei Stadtpolizisten an die Veranstalter*innen heran, äußerten unverhohlen ihren Unmut über den Inhalt der Redebeiträge, insbesondere zu kritischen Äußerungen zur AfD, und forderten in einer nicht hinnehmbaren Weise den sofortigen Abbruch der Versammlung.

Die von den Stadtpolizisten vorgebrachten Behauptungen, die Veranstaltung sei „aufgeheizt“ gewesen und der zeitliche Rahmen sei „unverhältnismäßig überschritten“ worden, weisen wir mit aller Entschiedenheit zurück. Die Gedenkfeier verlief ruhig, würdevoll und endete gegen 18:10 Uhr. Der Versuch, eine solche Veranstaltung zu delegitimieren, ist ein Angriff auf das demokratische Grundverständnis und die Erinnerungskultur in unserer Stadt.

Wir verurteilen das Verhalten der Groß-Gerauer Stadtpolizei aufs Schärfste. Es ist ein klarer Rechtsbruch, wenn die Stadtpolizei ohne jegliche Grundlage in eine ordnungsgemäß angemeldete und genehmigte Versammlung eingreift. Die Stadtpolizei hat kein Recht, Versammlungen nach persönlichem Geschmack zu bewerten oder deren Abbruch zu fordern, solange keine Auflagen verletzt werden. Ein solches Vorgehen ist ein massiver Angriff auf das Grundrecht der Versammlungsfreiheit.

Wir erinnern ausdrücklich an Artikel 8 des Grundgesetzes: Jede Person hat das Recht, sich friedlich und ohne Waffen zu versammeln – und das sogar ohne Anmeldung. Im vorliegenden Fall war die Versammlung jedoch ordnungsgemäß angemeldet und genehmigt. Die Intervention der Stadtpolizei war daher nicht nur überflüssig, sondern rechtswidrig.

Wir fordern Sie unmissverständlich auf, das Verhalten Ihrer Mitarbeiter*innen zu rügen und sicherzustellen, dass sich derartige Übergriffe nicht wiederholen. Die Zensur von Meinungsäußerungen auf Versammlungen ist inakzeptabel und rechtlich unzulässig, solange keine Straftat vorliegt – was hier eindeutig nicht der Fall war.

Darüber hinaus erwarten wir, dass Sie in der Verwaltung dafür sorgen, dass das Wissen über Faschismus, Antisemitismus, Diskriminierung und Rassismus umfassend verbreitet und vertieft wird. Wer – wie von Ihnen im Echo zitiert – „eine kritische Auseinandersetzung mit geschichtsrevisionistischen, rassistischen und menschenfeindlichen Positionen“ fordert, muss dafür sorgen, dass die eigenen Mitarbeiter*innen aktiv in diese Auseinandersetzung einbezogen werden.

Mit freundlichen Grüßen

Sabine Heimann-Schlick
Die Linke, Ortsverband Groß-Gerau
c/o Emil-von-Behring-Straße 1f
64521 Groß-Gerau

Pressemitteilung

Lausböhl

Für eine Politik der sozialen Gerechtigkeit,

des Umweltbewusstseins und für ein lebenswertes Groß-Gerau

Sabine Heimann-Schlick

Wir, Die Linke in Groß-Gerau, kandidieren für die Kommunalwahl in 2026. Unsere Wahlliste umfasst 14 Kandidat*innen. Auf den Plätzen 1-4 treten an: Bruno Walle, Sabine Heimann-Schlick, Klaus Becker und Claudia Krämer-Walle. Wir treten zur Kommunalwahl an, weil wir Groß-Gerau nicht nur verwalten, sondern sozial gerecht gestalten wollen. 

Wir stehen für ein Groß-Gerau, in dem niemand zurückgelassen wird – unabhängig von Einkommen, Herkunft, Geschlecht, Alter oder Lebenssituation.

Wir setzen uns für eine Politik ein, die Kinder, Eltern und Fachkräfte in den Mittelpunkt stellt: mit Qualität statt Notlösungen. Dazu gehören der Ausbau wohnortnaher Kita-Plätze, verlässliche und bedarfsgerechte Öffnungszeiten, die sich an den Lebensrealitäten der Familien orientieren, sowie eine sozial gerechte Staffelung der Kita-Beiträge.

Wohnen ist die soziale Frage unserer Zeit. Deshalb brauchen wir einen ausgewogenen Mix aus intelligentem Bauen, Sanieren und Umnutzen, aus sozialem Wohnungsbau, Mietpreisregulierung und flächensparender Stadtentwicklung. Nur so schaffen wir bezahlbaren Wohnraum für alle.

Wir wollen eine Stadt, die klimafreundlich denkt und sozial handelt – mit einem ÖPNV, der verbindet statt ausschließt und mit Wegen, die dazu einladen, das Auto stehen zu lassen. Zudem setzen wir uns für eine nachhaltige Stadtplanung und kluge Konzepte ein, die die Bürgerbeteiligung stärken und alle Investitionen und Planungen konsequent unter den Gesichtspunkten von Klimaanpassung und Klimaresilienz prüfen.

Kulturelle, politische und historische Bildung muss es für alle geben. Dies erfordert die Bereitstellung einer entsprechenden öffentlichen Infrastruktur. Wir setzen uns dafür ein, dass das Haus Raiss, die Stadtbücherei und das Stadtmuseum als Beiträge der Stadt Groß-Gerau für die Bürger*innen erhalten und ausgebaut werden.

Als Die Linke stehen wir gegen soziale Kälte, Ausgrenzung und Privatisierung, gegen eine Politik, die Profite über Menschen stellt. Wir stehen für ein solidarisches Groß-Gerau, in dem Zusammenhalt, Respekt und Mitbestimmung den Ton angeben.

Kita-Krise in Groß-Gerau

Kürzere Öffnungszeiten sind keine Lösung

In Groß-Gerau warten rund 600 Kinder auf einen Kita-Platz. Die Antwort der Stadt: Verkürzte Öffnungszeiten auf 7:00 bis 14:30 Uhr. Doch statt echter Lösungen verschärft diese Maßnahme die ohnehin angespannte Lage – für Kinder, Familien und Fachkräfte gleichermaßen. Ohne ein durchdachtes Personalkonzept und die Einbindung von Eltern und Fachkräften droht eine Abwärtsspirale: weniger Betreuung, sinkende Qualität, steigende Belastung – besonders für Alleinerziehende, berufstätige Eltern und die in der frühkindlichen Bildung Beschäftigten.

„Verkürzungen lösen keine Krise – sie zeigen, wie wenig strategisch geplant und wie wenig Familien und Fachkräfte wertgeschätzt werden“, so der Ortsverband Die Linke in Groß-Gerau.

Hohe Fluktuation – fehlende Strategie
Ein Beispiel: In einer städtischen Kita kündigten zuletzt 18 Fachkräfte. Ursachen werden kaum analysiert, stattdessen werden Symptome behandelt. Es fehlt an einer nachhaltigen Fachkräf-testrategie – und an der Frage, ob die Zuständigkeit in der Verwaltung überhaupt zukunftsfähig ist.

Elternrechte schützen – keine Entscheidung ohne Beteiligung
Auch die geplante Kita-Satzung ist problematisch: Sie droht, Elternbeteiligung auszuhöhlen und soziale Staffelungen bei Gebühren bleiben aus – eine Belastung für Familien mit mittleren und geringem und ein Rückschritt in Sachen Gerechtigkeit.

Die Linke fordert deshalb:
•    Eine unabhängige Evaluation der Personalführung
•    Deeskalationsmechanismen bei Konflikten
•    Mehr Mitbestimmung für pädagogisches Personal
•    Verlässliche, familiengerechte Öffnungszeiten
•    Ehrliche Aufarbeitung der Personalfluktuation
•    Elternbeteiligung in der Kita-Satzung
•    Langfristige Fachkräftestrategie mit Perspektiven
•    Personelle Neuausrichtung der Verwaltungsverantwortung

Unsere Kinder brauchen keine Notlösungen, sondern eine Politik mit Weitsicht, Gerechtigkeit und echter Beteiligung.
Die Linke ruft Eltern, Erzieher*innen und alle Bürger*innen auf, sich mit der geplanten Satzung und der Kita-Politik kritisch auseinanderzusetzen – die frühkindliche Bildung unserer Kinder ist eine Gemeinschaftsaufgabe.

Die Linke Groß-Gerau

Die Linke Groß-Gerau

Kontakt-GG@die-linke-gg.de

Termine

Der Ortsverband Die Linke Groß-Gerau (Stadt)

05.03.2026 Sitzung des Ortsverbands Groß-Gerau um 19:00 Uhr

Ort: Videokonferenz Die Linke | Zugangslink https://videokonferenz.die-linke.de/b/sab-jyy-r58-exq

11.03.2026 Sitzung des Ortsverbands Groß-Gerau um 19:00 Uhr

Ort: Alte Schule, Rathausstraße 13, 64521 Groß-Gerau

Weitere Termine:

08.04.2026 Sitzung des Ortsverbands Groß-Gerau um 19:00 Uhr

Ort: Alte Schule, Rathausstraße 13, 64521 Groß-Gerau


Unser Stammtisch „Pizza und Politik“ findet in der Regel jeden Monat am 4. Donnerstag im Monat immer ab 19:00 Uhr statt. Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Die nächsten Termine sind am:

26.02.2026 Stammtisch Die Linke Ortsverband Groß-Gerau um 19:00 Uhr

Ort: Restaurant Milano Nebenraum, Am Sandböhl 3, 64521 Groß-Gerau

26.03.2026 Stammtisch Die Linke Ortsverband Groß-Gerau um 19:00 Uhr

Ort: Restaurant Milano Nebenraum, Am Sandböhl 3, 64521 Groß-Gerau

Wahlprogramm

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