Kita-Krise in Groß-Gerau
Kürzere Öffnungszeiten sind keine Lösung – Verantwortung und Personalstrategie auf den Prüfstand
In Groß-Gerau warten rund 600 Kinder auf einen Kita-Platz. Die Antwort der Stadt: Verkürzte Öffnungszeiten auf 7:00 bis 14:30 Uhr. Doch statt echter Lösungen verschärft diese Maßnahme die ohnehin angespannte Lage – für Kinder, Familien und Fachkräfte gleichermaßen. Ohne ein durchdachtes Personalkonzept und die Einbindung von Eltern und Fachkräften droht eine Abwärtsspirale: weniger Betreuung, sinkende Qualität, steigende Belastung – besonders für Alleinerziehende, berufstätige Eltern und die in der frühkindlichen Bildung Beschäftigten.
„Verkürzungen lösen keine Krise – sie zeigen, wie wenig strategisch geplant und wie wenig Familien und Fachkräfte wertgeschätzt werden“, so der Ortsverband Die Linke in Groß-Gerau.
Hohe Fluktuation – fehlende Strategie
Ein Beispiel: In einer städtischen Kita kündigten zuletzt 18 Fachkräfte. Ursachen werden kaum analysiert, stattdessen werden Symptome behandelt. Es fehlt an einer nachhaltigen Fachkräftestrategie – und an der Frage, ob die Zuständigkeit in der Verwaltung überhaupt zukunftsfähig ist.
Elternrechte schützen – keine Entscheidung ohne Beteiligung
Auch die geplante Kita-Satzung ist problematisch: Sie droht, Elternbeteiligung auszuhöhlen und soziale Staffelungen bei Gebühren bleiben aus – eine Belastung für Familien mit mittleren und geringem und ein Rückschritt in Sachen Gerechtigkeit.
Die Linke fordert deshalb:
• Eine unabhängige Evaluation der Personalführung
• Deeskalationsmechanismen bei Konflikten
• Mehr Mitbestimmung für pädagogisches Personal
• Verlässliche, familiengerechte Öffnungszeiten
• Ehrliche Aufarbeitung der Personalfluktuation
• Elternbeteiligung in der Kita-Satzung
• Langfristige Fachkräftestrategie mit Perspektiven
• Personelle Neuausrichtung der Verwaltungsverantwortung
Unsere Kinder brauchen keine Notlösungen, sondern eine Politik mit Weitsicht, Gerechtigkeit und echter Beteiligung.
Die Linke ruft Eltern, Erzieher*innen und alle Bürger*innen auf, sich mit der geplanten Satzung und der Kita-Politik kritisch auseinanderzusetzen – die frühkindliche Bildung unserer Kinder ist eine Gemeinschaftsaufgabe.
