Erinnern und nicht vergessen
für eine solidarische, friedliche und demokratische Gesellschaft
Am 8. Mai, dem Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus, haben Mitglieder des Ortsverbandes Die Linke Raunheim die vier in der Stadt verlegten Stolpersteine gereinigt.
Die Sprecherin Esther Weißenborn erläutert die Aktion.
"Wir erinnern an die Opfer von Faschismus - deren Verfolgung, Vertreibung und Ermordung. Für alle Beteiligten steht fest: Historisches Gedenken bedarf einer klaren Haltung zur Gegenwart. Der 8. Mai steht für das Ende eines verbrecherischen Regimes, das Millionen Menschen das Leben kostete und Europa in Schutt und Asche legte. Diese Lehre ist heute aktueller denn je. Autoritäre, nationalistische und gar geschichtsrevisionistische Positionen gewinnen wieder an Einfluss und finden in der Gesellschaft Anklang, während Kriege normalisiert und als politische Mittel akzeptiert werden."
Dagegen setzten die Engagierten ein klares Zeichen: Kein Vergeben, kein Vergessen. Stolpersteine holen die Namen und Schicksale zurück in die Gegenwart. Sie sind Spuren, die sichtbar machen, wohin Ausgrenzung, Entmenschlichung und Militarisierung führten - und immer noch führen. Wer heute an die Verbrechen des Nationalsozialismus erinnert, erinnert zugleich daran, dass Krieg niemals Lösung ist, sondern immer Leid, Tod und Zerstörung bedeutet.
In Raunheim wurden bislang vier Stolpersteine verlegt. Die Linke Raunheim stellt die Frage, ob es nur die vier Betroffene gab, die aus ihrer letzten selbst gewählten Wohung vertrieben wurden. Eine aktive, transparente Erinnerungskultur und die Unterstützung weiterer Recherchen und Verlegungen wären ein wichtiges Signal gegen das Vergessen.
Die Putzaktion ist Ausdruck einer klaren Grundhaltung: gegen Faschismus, gegen Krieg und gegen jede Form von Menschenverachtung. Erinnerung ist keine reine Rückschau, sondern ein Prozess und zugleich Verpflichtung für das Handeln heute – für eine solidarische, friedliche und demokratische Gesellschaft.


